Aufnahmeprüfung Musikhochschule: Gehörbildung zu Hause üben
Wie bereitet man sich zu Hause auf die Aufnahmeprüfung vor? Kurz gesagt: indem man die geprüften Fähigkeiten einzeln, täglich und mit Rückmeldung übt. Das Schwierige an Gehörbildung im Alleingang ist kein Wissensmangel, sondern fehlende Überprüfung — wer nicht weiß, ob die gesungene Note stimmte, festigt durch Wiederholung nur den Fehler.
In diesem Artikel findest du:
- Was Aufnahmeprüfungen tatsächlich prüfen und welcher Teil am meisten aussiebt
- Wie man Gehör, Intervalle, Notenlesen und Harmonielehre allein übt
- Einen Beispiel-Wochenplan
- Wo das neben den Kosten für Einzelunterricht steht
Was wird in der Aufnahmeprüfung geprüft?
Bezeichnungen und Gewichtungen unterscheiden sich zwischen Musikhochschulen, Konservatorien und Lehramtsstudiengängen, doch die geprüften Fähigkeiten fallen weitgehend unter dieselben Überschriften:
- Gehör. Eine gespielte Note nachsingen, Einzeltöne und Zusammenklänge hören, eine Melodie wiederholen.
- Intervalle. Ein Intervall nach Gehör benennen; im schriftlichen Teil Intervalle bilden und bestimmen.
- Rhythmus. Einen vorgegebenen Rhythmus wiederholen, Rhythmus vom Blatt lesen.
- Notenlesen und Singen. Aus dem Notensystem singen, Schlüssel und Vorzeichen kennen.
- Musiktheorie. Tonart, Tonleiter, Akkord und Funktion; Harmonielehre je nach Niveau der Hochschule.
- Instrument. Vortrag des vorbereiteten Repertoires.
Die Arbeit am Instrument läuft ohnehin mit einer Lehrkraft, und die meisten stecken den Großteil ihrer Energie dort hinein. Der häufige Grund fürs Scheitern ist jedoch meist nicht das Instrument, sondern der Gehör- und Theorieteil: Wer instrumental stark ist, kann trotzdem unter der Mindestpunktzahl bleiben, weil eine Note nicht nachgesungen oder ein Intervall nicht benannt wurde.
Der Grund ist einfach. Das Instrument übst du jeden Tag; das Gehör übst du nur in der Stunde, mit der Lehrkraft vor dir. Eine Stunde pro Woche reicht nicht, um eine Fähigkeit auf Prüfungsniveau zu bringen.
Das eigentliche Problem beim Üben allein
Wer Gehörbildung zu Hause versucht, stößt an dieselbe Wand: Woher weißt du, dass es richtig war?
Du spielst eine Note und singst sie. Für dich klingt es richtig. Aber hast du wirklich diese Note gesungen oder einen Halbton darunter? Singst du mit dem Klavier, hörst du deine eigene Stimme nicht; schaltest du das Klavier aus, fehlt die Referenz. Diesen Unterschied zu hören ist genau die Fähigkeit, die du dir erst aneignen willst — du kannst dich damit also nicht selbst überprüfen.
Das Ergebnis ist absehbar: Stundenlanges Üben festigt die falschen Töne mit. Am Unterrichtstag entdeckt die Lehrkraft den Fehler und korrigiert ihn; die folgenden sechs Tage wiederholen dieselbe Schleife.
Die Lösung ist nicht mehr Üben, sondern Rückmeldung bei jedem Versuch. Genau das legt Michord darüber: die Bestätigung, die es sonst einmal pro Woche gibt, in jedem Moment des Übens.
Gehörbildung: die gesungene Note messen
Michords Bereich Gehörbildung spielt eine Note, du singst sie nach, und das Mikrofon misst, welche Note du gesungen hast. Richtig färbt die Karte grün, falsch rot — und bei Falsch steht auch, welche Note erwartet war.
Ein paar Details bringen das Üben näher an die Prüfungssituation:
- Wie viele Noten? Eine Runde lässt sich auf 1, 2, 3 oder 4 Noten stellen. Mit einer Note zu beginnen und zu aufeinanderfolgenden Tönen überzugehen ist der natürliche Weg zur Melodiewiederholung der Prüfung.
- Wer spielt? Im Modus Virtueller Lehrer wählt die App die Noten — die Bequemlichkeit, sich selbst etwas Leichtes auszusuchen, entfällt. Im Modus Selbst spielen wird die gedrückte Note zum Ziel; nützlich, wenn du ein bestimmtes Thema wiederholen willst.
- Oktave frei. Sing in deiner eigenen Lage. Eine Oktave tiefer gilt weiterhin als richtig; der Unterschied wird auf der Karte vermerkt. Eine tiefe Stimme darf einen hohen Ton dort singen, wo er bequem liegt.
- Nochmal hören. Wenn du unsicher bist, kannst du die Note erneut abspielen.
Nutze Kopfhörer. Gelangt das Klavier über die Lautsprecher ins Mikrofon, leidet die Messung. Auch ein Bluetooth-Mikrofon verschiebt die Tonhöhe, deshalb liefert das eingebaute Mikrofon ein verlässlicheres Ergebnis — die App warnt, wenn sie einen Bluetooth-Eingang erkennt.
Intervalle: der Teil, der am meisten aussiebt
Intervallfragen sind deshalb schwierig, weil ein Intervall durch die Schreibweise und nicht durch die Halbtonzahl bestimmt wird. Von C zur schwarzen Taste darüber ist ein Halbton; dieses Intervall lässt sich als kleine Sekunde (C–Des) oder als übermäßige Prime (C–Cis) schreiben. Im Ohr gleich, auf dem Papier verschieden — und geprüft wird auf dem Papier.
Wenn du zwei Noten spielst, benennt Michord das Intervall mit genau dieser Unterscheidung und zeigt die enharmonische Lesart direkt darunter. Notensystem, Klaviatur und Akkordfeld verwenden immer dieselbe Schreibweise; so beantwortet sich die Frage „wie schreibt man, was ich gerade gehört habe?" bei jedem Versuch von selbst.
Wer tiefer einsteigen will: Der Leitfaden zum Bestimmen von Klavierakkorden überträgt dieselbe Logik auf Akkorde.
Notenlesen und Vom-Blatt-Singen
Notenlesen ist die Gewohnheit, einen Klang mit einem Zeichen im Notensystem zu verbinden. Diese Gewohnheit entsteht am schnellsten, wenn man beides gleichzeitig sieht.
Schließt du ein MIDI-Keyboard an oder spielst die Bildschirmklaviatur, erscheinen die Töne live im großen Notensystem — mit richtigem Schlüssel, richtigen Vorzeichen und richtiger enharmonischer Schreibweise. Zu sehen, wie das Gespielte notiert wird, ist die Gegenrichtung zum Singen vom Blatt, und beides verstärkt sich gegenseitig.
Auch ohne Keyboard kannst du anfangen: Bildschirmklaviatur und Computertastatur gehören zum kostenlosen Plan. Mehr dazu im Leitfaden Noten schreiben mit dem MIDI-Keyboard.
Harmonielehre und Musiktheorie
Der Theorieteil misst weit mehr das Verständnis für die Funktion eines Akkords in der Tonart als auswendig gelernte Akkordgriffe. Michord benennt den gespielten Akkord nicht nur, sondern schreibt seine Funktion als Stufe: Ist dieser Akkord Tonika, Dominante oder Subdominante?
Darauf folgen die fortgeschrittenen Themen, nach denen Prüfungen häufig fragen:
- Zwischendominanten und entlehnte Akkorde — woher ein tonartfremder Akkord kommt.
- Kadenzerkennung — wo und wie die Phrase schließt.
- Modulationshinweis — eine Meldung beim Tonartwechsel, samt Pivot-Akkord.
- Stimmführungsprüfung — Quint- und Oktavparallelen werden im Harmonie-Modus markiert. Wer Harmonieaufgaben schreibt, übt damit direkt für die Prüfung.
Den theoretischen Hintergrund liefern der Artikel zur funktionalen Harmonielehre und der Leitfaden zum Musiktheorie-Lernen.
Akkord-Training
Im Akkord-Training nennt die App einen Akkord und du spielst ihn. Bei richtigem Spiel kommt sofort eine Rückmeldung; du kannst zwischen leichter und schwerer Stufe wechseln und dir einen Hinweis geben lassen, wenn du feststeckst.
Dieselbe Logik wie bei der Gehörbildung: ein Ziel, ein Versuch, sofortige Bestätigung. In den letzten Wochen vor der Prüfung ist das der schnellste Weg, das Tempo beim Akkordbilden zu steigern.
Übung aufnehmen und der Lehrkraft schicken
Die Bildschirmaufnahme mit Ton erweist sich in der Vorbereitung als unerwartet nützlich. Du kannst eine geübte Stelle samt Klang in eine einzige MP4-Datei aufnehmen und der Lehrkraft schicken — ohne auf den Unterrichtstag zu warten.
Umgekehrt gilt dasselbe: Wer eine Erklärung einmal aufnimmt und dem Schüler überlässt, muss sie nicht in jeder Stunde wiederholen. Einzelheiten stehen im Leitfaden zur Verwendung von Michord.
Kosten: wie steht das neben Einzelunterricht?
Der größte Teil der Ausgaben in der Prüfungsvorbereitung entfällt auf Einzelunterricht, und dafür bekommt man etwas Echtes — für Technik, Repertoire und Probevorspiele braucht es eine Lehrkraft. Die Frage lautet hier nicht „Unterricht oder App", sondern: Was kostet es, die Tage dazwischen zu füllen?
| Eine Unterrichtsstunde pro Woche | Michord | |
|---|---|---|
| Preis | pro Stunde, je nach Stadt und Lehrkraft | 2,99 USD / Monat · 22,99 USD / Jahr |
| Stunden pro Jahr | etwa 48 Unterrichtsstunden | unbegrenzt |
| Wann die Rückmeldung kommt | in der Unterrichtsstunde | bei jedem Versuch, sofort |
| Gehörprüfung | die Lehrkraft hört zu | das Mikrofon misst — grün oder rot |
| Technik und Repertoire | ✔ die eigentliche Aufgabe | ✘ nicht abgedeckt |
| Probevorspiel und Zuspruch | ✔ | ✘ |
Der Jahresplan entspricht 1,92 USD im Monat — grob gesagt weniger als eine einzelne Unterrichtsstunde für ein ganzes Jahr Nutzung. Wer mit eigenen Zahlen rechnen will, stellt das Honorar einer Unterrichtsstunde neben den Jahrespreis und fragt dann, wie viele Übungsstunden dieses Geld in überprüftes Üben verwandelt.
Das Ziel ist nicht, den Unterricht zu ersetzen, sondern ihn ergiebiger zu machen: Wer nach sechs Tagen überprüften Übens in die Stunde kommt, verbringt diese Stunde mit Fortschritt statt mit Fehlerkorrektur.
Zum Anfangen braucht es auch keine Zahlung: Im kostenlosen Plan enthalten sind das Spielen mit MIDI-Keyboard, Bildschirmklaviatur und Computertastatur, ein echter Flügelklang und die Notennamen der gedrückten Tasten. Gehörbildung, Live-Notation, Akkordsymbole und Funktionsanalyse werden mit einem Abo freigeschaltet.
Beispiel-Wochenplan
30 Minuten am Tag, fünf Tage die Woche — zusätzlich zum Instrumentalüben:
| Tag | Schwerpunkt | Was zu tun ist |
|---|---|---|
| Montag | Gehör — Einzelton | Virtueller Lehrer, 1 Note. 20 Runden. Ziel: 80 % richtig. |
| Dienstag | Intervalle | Zwei Noten spielen, das Intervall selbst benennen, dann mit dem Bildschirm vergleichen. Auf enharmonische Schreibweisen achten. |
| Mittwoch | Gehör — mehrere Töne | Virtueller Lehrer, 3 Noten. Aufeinanderfolgende Töne behalten und nachsingen. |
| Donnerstag | Vom Blatt singen | Eine Melodie vom Blatt lesen und singen; dann dieselbe Melodie spielen und die Notation am Bildschirm prüfen. |
| Freitag | Theorie | Akkord-Training plus Funktionsanalyse: die Stufe des gespielten Akkords raten, dann nachsehen. |
| Wochenende | Messen | Zehn Runden mit drei Noten spielen und das Ergebnis notieren. Woche für Woche vergleichen. |
Die letzte Zeile ist die wichtigste. Fortschritt in der Gehörbildung ist langsam und schwer zu bemerken; ein wöchentlich notiertes Ergebnis macht ihn sichtbar — und das ist der realistischste Weg, dranzubleiben.
Was Michord nicht leistet
Ehrlich gesagt einiges:
- Es misst keinen Rhythmus. Der Rhythmusteil der Prüfung braucht eigenes Üben.
- Es rührt nicht an die Instrumentaltechnik. Haltung, Fingersatz und Ton sind Sache der Lehrkraft.
- Es wählt kein Repertoire. Mit welchem Stück man antritt, hängt von Hochschule und Person ab; das entscheidet die Lehrkraft.
- Es ersetzt kein Probevorspiel. Auf den Druck vor einer Jury bereitet nur echte Probe vor.
- Es bewertet nicht die Klangqualität deiner Stimme. Gemessen wird die Tonhöhe: welche Note du gesungen hast.
Die Aufteilung lautet also: Technik und Repertoire gehören der Lehrkraft, die tägliche Gehör- und Theoriewiederholung der App.
Fazit
Bei Aufnahmeprüfungen ist das Instrument meist bereit; was fehlt, ist der Gehör- und Theorieteil, der nur eine Stunde pro Woche bekommt. Dieser Teil lässt sich zu Hause üben — aber nur mit einem Aufbau, in dem jeder Versuch überprüft wird.
Kurz:
- Gehörbildung wird per Mikrofon gemessen: grün bei richtiger Note, rot mit der erwarteten Note bei falscher.
- Die Oktave ist frei — sing in deiner eigenen Lage.
- Intervalle, Notenlesen und Harmonielehre finden auf demselben Bildschirm ihre Antwort, während du spielst.
- Die Kosten liegen bei 22,99 USD im Jahr — grob weniger als eine einzelne Unterrichtsstunde.
- Die Lehrkraft wird nicht ersetzt; gefüllt werden die Tage dazwischen.
Wer nicht weiß, wo anfangen: Der Leitfaden zum Musiktheorie-Lernen zeichnet den Weg, und der Leitfaden zur Verwendung von Michord führt Schritt für Schritt durch die App. Alles Weitere im Michord-Blog.
Übe dein Gehör jeden Tag und sieh sofort, ob du richtig gesungen hast.
Michord herunterladenFAQ — Häufige Fragen
Ersetzt Michord den Einzelunterricht?
Nein. Technik, Haltung, Repertoirewahl und Probevorspiele sind Sache einer Lehrkraft. Michord füllt die Tage zwischen den Stunden: Es gibt dir bei jedem Versuch die Bestätigung, die deine Lehrkraft einmal pro Woche gibt.
Was brauche ich für die Gehörbildung?
Das Mikrofon deines Computers genügt. Michord spielt eine Note, du singst sie nach, und das Mikrofon misst, welche Note du gesungen hast. Kopfhörer liefern das genaueste Ergebnis, weil das Klavier über Lautsprecher ins Mikrofon gelangen kann. Ein Bluetooth-Mikrofon verfälscht die Tonhöhe, deshalb ist das eingebaute die bessere Wahl.
Meine Stimme ist tief, ich erreiche die Oktave nicht. Gilt das als falsch?
Nein. Du kannst in deiner eigenen Lage singen; eine Oktave tiefer oder höher gilt weiterhin als richtig. Die Karte wird grün und der Oktavunterschied wird darunter vermerkt.
Brauche ich ein MIDI-Keyboard?
Nein. Du kannst die Bildschirmklaviatur mit der Maus oder der Computertastatur spielen; alle drei Eingabewege gehören zum kostenlosen Plan. Ein MIDI-Keyboard beschleunigt die Arbeit, ist zum Anfangen aber nicht nötig.
Was ist im kostenlosen Plan enthalten?
Spielen mit MIDI-Keyboard, Bildschirmklaviatur und Computertastatur, ein echter Flügelklang und die Notennamen der gedrückten Tasten sind kostenlos enthalten. Gehörbildung, Live-Notation im großen System, Akkordsymbole und Funktionsanalyse werden mit einem Abo freigeschaltet.
Was kostet das Abo?
2,99 USD im Monat oder 22,99 USD im Jahr. Der Jahresplan entspricht 1,92 USD pro Monat. Du kannst jederzeit kündigen.
In welcher Version kam die Gehörbildung?
Sie kam mit Michord 1.2.10. Wenn du eine ältere Version nutzt, musst du die App aktualisieren.