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Akkordumkehrungen: Sextakkord, Quartsextakkord und die Umkehrungen des Septakkords

Michord · 2. Oktober 2026 · ~9 Min. Lesezeit
Nahaufnahme zweier Hände, die auf den Klaviertasten einen dreistimmigen Akkord greifen, in weichem blauem Licht
Kurz gefasst: Akkordumkehrungen entstehen, wenn nicht der Grundton, sondern ein anderer Akkordton im Bass liegt. Beim Dreiklang gibt es zwei: den Sextakkord (Terz im Bass, C/E) und den Quartsextakkord (Quinte im Bass, C/G). Der Septakkord hat drei: Quintsextakkord, Terzquartakkord und Sekundakkord. Entscheidend ist immer nur der tiefste Ton, nicht die Reihenfolge darüber.

Was sind Akkordumkehrungen? Derselbe Akkord mit einem anderen Ton im Bass. C-Dur bleibt C-Dur, ob C, E oder G unten liegt. Es ändert sich die Bassstimme, und genau die überhören viele.

Was ist eine Akkordumkehrung?

Ein Dreiklang besteht aus Grundton, Terz und Quinte. In C-Dur sind das C–E–G. Solange C der tiefste Ton ist, steht der Akkord in der Grundstellung. Legst du E oder G nach unten, ist der Akkord umgekehrt.

Der Name des Akkords ändert sich dabei nicht. Wie du Grundton und Akkordnamen findest, steht im Leitfaden zum Bestimmen von Klavierakkorden. Hier geht es um den nächsten Schritt.

Wie erkennst du eine Umkehrung am Bass?

Es gibt nur eine Regel: Der tiefste Ton entscheidet. So gehst du vor:

  1. Grundton finden. Ordne die Töne in Terzen. Aus E–G–C wird C–E–G; der Grundton ist C.
  2. Basston ablesen. Welcher Ton klingt am tiefsten?
  3. Bass mit dem Grundton vergleichen. Grundton im Bass: Grundstellung. Terz im Bass: 1. Umkehrung. Quinte im Bass: 2. Umkehrung. Bei Septakkorden kommt die Septime im Bass als 3. Umkehrung hinzu.
  4. Oberstimmen ignorieren. Ob über dem Bass E die Töne G–C oder C–G–E liegen, ist egal. Es bleibt die 1. Umkehrung.
Großes Notensystem mit drei C-Dur-Akkorden. Im Violinschlüssel jeweils E4, G4 und C5, im Bassschlüssel einmal C3, einmal E3 und einmal G3. Darunter die Bezifferung 5/3, 6 und 6/4. Grundton C blau, Terz E grün, Quinte G orange.
Gleiche Oberstimmen E–G–C, drei Bässe: C (5/3), C/E (6) und C/G (6/4). Farben wie auf der Michord-Klaviatur: Grundton blau, Terz grün, Quinte orange.

Wie bezeichnet man Umkehrungen?

Für die Prüfung solltest du drei Schreibweisen lesen können.

StellungBasstonBezifferungStufe (C-Dur)Symbol
GrundstellungC (Grundton)5/3 (meist weggelassen)IC
1. Umkehrung: SextakkordE (Terz)6 (vollständig 6/3)I6C/E
2. Umkehrung: QuartsextakkordG (Quinte)6/4I6/4C/G

In der deutschen Funktionstheorie wird der Basston als kleine Zahl unter das Funktionssymbol geschrieben: T mit einer 3 darunter bedeutet Tonika mit Terz im Bass, also Sextakkord. Mit Stufen schreibt man I6. Einen Überblick geben der Wikipedia-Artikel Umkehrung (Musik) und das Kapitel Figured Bass Inversion Symbols (englisch).

Die Umkehrungen des Septakkords

Ein Septakkord hat vier Töne, also drei Umkehrungen. Beispiel ist der Dominantseptakkord in C-Dur: G7 = G–H–D–F.

StellungBasstonBezifferungStufe (C-Dur)Symbol
Grundstellung: SeptakkordG (Grundton)7V7G7
1. Umkehrung: QuintsextakkordH (Terz)6/5V6/5G7/H
2. Umkehrung: TerzquartakkordD (Quinte)4/3V4/3G7/D
3. Umkehrung: SekundakkordF (Septime)4/2 oder 2V4/2G7/F

In englischen Leadsheets heißt H „B“, dort steht also G7/B. Beim Sekundakkord liegt die Septime F im Bass. Sie will abwärts nach E, deshalb folgt fast immer die Tonika als Sextakkord: V4/2 – I6. Mehr zur Auflösung von Leitton und Septime steht im Beitrag über Quintparallelen und Stimmführung.

Wozu braucht man Umkehrungen?

Für eine sangbare Bassstimme. Nur Grundstellungen lassen den Bass springen. Mit Umkehrungen geht er schrittweise: C – G/H – Am ergibt den Bass C–H–A, in Stufen I – V6 – vi.

Für den kadenzierenden Quartsextakkord. Vor dem Schluss steht oft C/G – G – C, also I6/4 – V – I. Der Bass bleibt auf G liegen, darüber gehen C nach H und E nach D. Der Quartsextakkord wirkt hier nicht wie eine Tonika, sondern wie ein Vorhalt vor der Dominante. In der Funktionstheorie schreibt man ihn deshalb als Dominante mit Vorhalten, D mit 6–5 über 4–3. Details zeigt The Cadential Six-Four Chord.

Für den Durchgangsquartsextakkord. Zwischen I und I6 läuft der Bass C–D–E; auf dem D steht die Dominante als Quartsextakkord: I – V6/4 – I6. Wie sich solche Folgen harmonisch deuten lassen, erklärt die funktionale Harmonielehre.

Wie hörst du Umkehrungen?

Die meisten hören auf die Melodie oben. Für Umkehrungen musst du nach unten hören:

Eine Musikschülerin mit Kopfhörern hört mit geschlossenen Augen konzentriert zu, auf dem Tisch ein zugeklappter Laptop und ein Notizblock, in blauem Abendlicht
Symbolfoto. Umkehrungen hörst du am tiefsten Ton, nicht am ganzen Akkord.

Wie übst du Umkehrungen Schritt für Schritt?

In der Aufnahmeprüfung und in der Abiturklausur hast du nur Papier und Ohr. Deshalb zuerst selbst, dann kontrollieren:

  1. Auf Papier bestimmen. Nimm eine Aufgabe aus dem Unterricht und schreib zu jedem Akkord Stufe, Bezifferung und Slash-Symbol.
  2. Alle Stellungen spielen. Spiel jeden Dur- und Molldreiklang in Grundstellung, als Sextakkord und als Quartsextakkord. Anschließend G7 in allen vier Stellungen.
  3. Oberstimmen umstellen. Behalte den Bass und vertausche die Töne darüber.
  4. Kontrollieren. Spiel deine Lösung ein und vergleiche mit der Anzeige. Die App ist der Lösungsschlüssel, nicht der Ersatz für deine eigene Analyse.
  5. Kadenzen spielen. I – IV – I6/4 – V7 – I in mehreren Tonarten, bis der kadenzierende Quartsextakkord von selbst in den Fingern liegt.

Wie das in die Vorbereitung passt, zeigt der Beitrag zur Aufnahmeprüfung an der Musikhochschule. Auch die US-amerikanische AP-Music-Theory-Prüfung verlangt Aussetzungen nach bezifferten Bässen und Stufen.

Ein aufgeschlagenes Notenheft mit leeren Notenzeilen auf einem dunkelblauen Schreibtisch, daneben Bleistift, Radiergummi, ein zugeklappter Laptop und eine Tasse Tee
Symbolfoto. Erst im Heft bestimmen, dann spielen und vergleichen.

Was zeigt Michord, und was nicht?

Michord erkennt Akkorde vom Dreiklang bis zum Akkord mit Tredezime, dazu sus-, add-, alterierte, verminderte und übermäßige Akkorde, außerdem 1., 2. und 3. Umkehrung und Slash-Akkorde mit bis zu sechs Tönen, samt alternativer Deutungen. Gespielt wird über MIDI-Keyboard, Bildschirmklaviatur oder Computertastatur.

Michord mit den gespielten Tönen E, G und C: großes Akkordsymbol C/E, darunter „1. Umkehrung“, die Notenchips E G C, die Stufe I in C, passende Tonarten, die Noten im großen Notensystem und die Klaviatur mit E grün, G orange und C blau samt Legende
E–G–C gespielt: C/E, „1. Umkehrung“, Stufe I in C-Dur und Tastenfarben nach Funktion (Grundton blau, Terz grün, Quinte orange, Septime lila, Spannung rosa).

Typische Fehler bei Akkordumkehrungen

Akkordumkehrungen im Unterricht

Am Beamer spielst du einen Akkord und tauschst den Bass aus; die Farben zeigen, welcher Akkordton unten liegt. Mit der Bildschirmaufnahme mit Ton (MP4, ebenfalls im Abo) nimmst du eine Erklärung auf und gibst sie mit. Einstieg: Leitfaden zur Verwendung von Michord.

Fazit

Akkordumkehrungen sind keine neuen Akkorde, sondern neue Bässe. Wer den tiefsten Ton liest, die Ziffernreihen kennt und nach unten hört, bestimmt sie sicher.

Den größeren Zusammenhang zeichnet der Leitfaden zum Musiktheorie-Lernen. Alles Weitere im Michord-Blog.

Spiel einen Akkord und sieh, welcher Ton im Bass liegt. Der kostenlose Plan braucht keine Kreditkarte; Akkordsymbole und Umkehrungen gibt es im Abo für 2,99 USD im Monat oder 22,99 USD im Jahr.

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FAQ — Häufige Fragen

Woran erkenne ich die Umkehrung eines Akkords?

Nur am tiefsten Ton. Liegt der Grundton im Bass, ist es die Grundstellung; liegt die Terz im Bass, ein Sextakkord (1. Umkehrung); liegt die Quinte im Bass, ein Quartsextakkord (2. Umkehrung). Die Reihenfolge der Oberstimmen spielt keine Rolle.

Was ist der Unterschied zwischen Sextakkord und Quartsextakkord?

Beim Sextakkord liegt die Terz im Bass, in C-Dur also E (C/E, Bezifferung 6). Beim Quartsextakkord liegt die Quinte im Bass, also G (C/G, Bezifferung 6/4). Die Namen kommen von den Intervallen über dem Basston.

Wie heißen die Umkehrungen des Septakkords?

Quintsextakkord (Terz im Bass, 6/5), Terzquartakkord (Quinte im Bass, 4/3) und Sekundakkord (Septime im Bass, 4/2 oder kurz 2). Bei G7 = G–H–D–F liegen also H, D oder F im Bass.

Was ist ein kadenzierender Quartsextakkord?

Ein Quartsextakkord auf der V. Stufe (mit den Tönen der Tonika) direkt vor der Dominante am Schluss, in C-Dur C/G – G – C. Der Bass bleibt auf G liegen, die Oberstimmen lösen sich schrittweise abwärts auf. Klanglich wirkt er wie ein Vorhalt vor der Dominante.

Zeigt Michord Umkehrungen und Slash-Akkorde an?

Ja, im Abo: Michord erkennt 1., 2. und 3. Umkehrung und Slash-Akkorde mit bis zu sechs Tönen und zeigt etwa C/E mit dem Hinweis „1. Umkehrung“. Die Stufe erscheint dabei als einfache römische Zahl; die Generalbass-Ziffer wie I6 ergänzt du in deiner Analyse selbst.

Ist die Umkehrungserkennung kostenlos?

Nein. Akkordsymbole und Umkehrungen gehören zum Abo für 2,99 USD im Monat oder 22,99 USD im Jahr, jederzeit kündbar. Kostenlos und ohne Kreditkarte bleiben das Spielen über MIDI-Keyboard, Bildschirmklaviatur und Computertastatur, ein echter Flügelklang und die Notennamen der gedrückten Tasten.

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