Septakkorde erklärt: die 5 Typen und der Unterschied zwischen halbvermindert und vermindert
Mit den Septakkorden werden die Aufgaben in der Harmonielehre schwieriger. Ein Dreiklang ist Dur, Moll, vermindert oder übermäßig, und meistens hörst du, was davon zutrifft. Kommt ein vierter Ton dazu, gibt es plötzlich fünf gängige Akkordtypen, und zwei davon sehen auf dem Papier fast gleich aus. In der Aufnahmeprüfung an der Musikhochschule, im Musiktheorie- und Gehörbildungstest und im Abitur Musik sollst du sie auf einen Blick benennen. Dieser Artikel gibt dir eine Übersichtstabelle, eine Methode in vier Schritten und eine klare Antwort auf die Frage, an der die meisten hängen bleiben: halbvermindert oder vermindert?
Was ist ein Septakkord?
Ein Septakkord ist ein Vierklang aus geschichteten Terzen: Grundton, Terz, Quinte, Septime. Seinen Namen hat er vom Intervall zwischen dem Grundton und dem obersten Ton der Schichtung, der Septime. Spielst du C–E–G, hast du einen C-Dur-Dreiklang. Legst du ein H darüber, entsteht Cmaj7; nimmst du stattdessen ein B, entsteht C7. Kurz zur Schreibweise: Einzeltöne stehen hier mit deutschen Namen, das deutsche H ist also das englische B, das deutsche B das englische B♭. Akkordsymbole wie Cmaj7 oder Cm7♭5 bleiben international.
Zwei Dinge bestimmen den Typ eines Septakkords: die Art des Dreiklangs unten (Dur, Moll oder vermindert) und die Größe der Septime über dem Grundton (groß, klein oder vermindert). Mehr steckt nicht dahinter. Der Wikipedia-Artikel zum Septakkord führt auch die selteneren Kombinationen auf, aber in tonaler Musik erledigen fünf Typen fast die ganze Arbeit.
Welche fünf Septakkorde gibt es? (Übersicht)
Alle Akkorde der Tabelle stehen auf C, damit du sie Ton für Ton vergleichen kannst.
| Typ | Symbol auf C | Töne | Dreiklang + Septime | Wo kommt er vor? |
|---|---|---|---|---|
| Großer Septakkord | Cmaj7 | C – E – G – H | Durdreiklang + große Septime | I und IV in Dur |
| Dominantseptakkord | C7 | C – E – G – B | Durdreiklang + kleine Septime | V in Dur und Moll |
| Mollseptakkord | Cm7 | C – Es – G – B | Molldreiklang + kleine Septime | ii, iii und vi in Dur |
| Halbverminderter Septakkord | Cø7 (Cm7♭5) | C – Es – Ges – B | verminderter Dreiklang + kleine Septime | vii in Dur, ii in Moll |
| Verminderter Septakkord | C°7 (Cdim7) | C – Es – Ges – Heses | verminderter Dreiklang + verminderte Septime | vii in Moll |
Lies die Tabelle von oben nach unten: In jeder Zeile sinkt genau ein Ton um einen Halbton. Zuerst die Septime (H zu B), dann die Terz (E zu Es), dann die Quinte (G zu Ges), dann noch einmal die Septime (B zu Heses). So prägst du dir die fünf Typen am Klavier gut ein. Heses klingt wie A. Geschrieben wird es trotzdem als doppelt erniedrigtes H, weil eine Septime über C immer irgendeine Form von H sein muss.
Dem Dominantseptakkord begegnest du zuerst. Lehrbücher nennen ihn auch kleinen Durseptakkord, weil er aus einem Durdreiklang mit kleiner Septime besteht. Den Mollseptakkord findest du entsprechend als kleinen Mollseptakkord. Ein sechster Typ, der Mollakkord mit großer Septime (C–Es–G–H), steht auf der Tonika von harmonisch Moll, ist aber deutlich seltener als die anderen fünf.
Wie bestimmst du einen Septakkord in 4 Schritten?
- Töne in Terzen schichten. Gegeben ist F–A–H–D. Ordne die Töne so um, dass jeder eine Terz über dem vorigen liegt: H–D–F–A. Der tiefste Ton der Schichtung ist der Grundton. Geht dir das Schichten noch nicht schnell von der Hand, lies zuerst den Leitfaden zum Bestimmen von Klavierakkorden.
- Dreiklang benennen. Sieh dir die unteren drei Töne an. H–D–F sind eine kleine Terz und noch eine kleine Terz: ein verminderter Dreiklang.
- Septime messen. Zähle vom Grundton bis zum obersten Ton. Von H hinauf zu A ist es eine kleine Septime, einen Ganzton unter der Oktave. Eine große Septime liegt einen Halbton unter der Oktave, eine verminderte Septime anderthalb Töne.
- Beides zusammensetzen. Verminderter Dreiklang plus kleine Septime: halbvermindert, also Hø7 (international Bø7). Prüfe danach den Basston. Im ursprünglichen Akkord lag F unten, er steht also in der zweiten Umkehrung, als Terzquartakkord. Den Quintsextakkord (6/5), den Terzquartakkord (4/3) und den Sekundakkord (2) erklärt der Artikel zu Akkordumkehrungen.
Halbverminderter oder verminderter Septakkord: Was ist der Unterschied?
Beide Akkorde stehen auf einem verminderten Dreiklang. Der Unterschied liegt in der Septime, und er beträgt einen Halbton.
| Frage | Halbvermindert (ø7) | Vermindert (°7) |
|---|---|---|
| Töne auf H | H – D – F – A | H – D – F – As |
| Septime über dem Grundton | kleine Septime | verminderte Septime |
| Terzen in der Schichtung | klein, klein, groß | klein, klein, klein |
| Symbole | Hø7, Hm7♭5 | H°7, Hdim7 |
| Leitereigen in | vii in C-Dur, ii in a-Moll | vii in c-Moll (harmonisch) |
| Typische Verwendung | ii in der Mollkadenz ii–V–i | Leittonakkord, der zur Tonika drängt |
Aus diesem einen Ton folgen drei Dinge.
Der Name. „Halb“ vermindert heißt: Nur der Dreiklang ist vermindert, die Septime ist eine gewöhnliche kleine Septime. Beim verminderten Septakkord, manchmal auch „ganzvermindert“ genannt, ist beides vermindert. In Jazz-Leadsheets steht der halbverminderte Akkord als m7♭5. Das beschreibt ihn von der anderen Seite: ein Mollseptakkord mit erniedrigter Quinte.
Die Symmetrie. Ein verminderter Septakkord besteht aus drei kleinen Terzen, und eine weitere kleine Terz führt zurück zum Grundton. Er teilt die Oktave in vier gleiche Teile. Deshalb klingt jede Umkehrung wie ein anderer verminderter Septakkord in Grundstellung, und auf der ganzen Klaviatur gibt es nur drei verminderte Septakkorde, die verschieden klingen. Der halbverminderte Septakkord ist nicht symmetrisch: Seine Umkehrungen klingen deutlich unterschiedlich. Mehr dazu steht in den Wikipedia-Artikeln zum halbverminderten Septakkord und zum verminderten Septakkord.
Die Tonart. In C-Dur liegt H–D–F–A nur auf weißen Tasten, Hø7 ist also leitereigen. H–D–F–As braucht ein As, das es in C-Dur nicht gibt. Der Akkord gehört zu c-Moll. In einem C-Dur-Stück ist H°7 damit ein entlehnter Akkord aus dem gleichnamigen Moll.
Welche Septakkorde sind in einer Durtonart leitereigen?
Bau auf jeder Stufe von C-Dur einen Septakkord und verwende dabei nur die Töne der Tonleiter. Du erhältst vier der fünf Typen.
| Stufe | Akkord in C-Dur | Töne | Typ | Römische Ziffer |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Cmaj7 | C – E – G – H | großer Septakkord | Imaj7 |
| 2 | Dm7 | D – F – A – C | Mollseptakkord | ii7 |
| 3 | Em7 | E – G – H – D | Mollseptakkord | iii7 |
| 4 | Fmaj7 | F – A – C – E | großer Septakkord | IVmaj7 |
| 5 | G7 | G – H – D – F | Dominantseptakkord | V7 |
| 6 | Am7 | A – C – E – G | Mollseptakkord | vi7 |
| 7 | Hø7 | H – D – F – A | halbverminderter Septakkord | viiø7 |
Das Muster ist in jeder Durtonart gleich: große Septakkorde auf I und IV, Mollseptakkorde auf ii, iii und vi, ein Dominantseptakkord auf V, ein halbverminderter Septakkord auf vii. Ein Dominantseptakkord weist deshalb auf genau eine Durtonart hin. Siehst du G7, ist die Tonart sehr wahrscheinlich C.
Der verminderte Septakkord fehlt, weil er den erhöhten Leitton einer Molltonart braucht. In a-Moll ist Gis–H–D–F die vii°7. In Moll steht außerdem der halbverminderte Septakkord auf der zweiten Stufe: Hø7 ist in a-Moll die iiø7, der erste Akkord der Mollkadenz ii–V–i (Hø7 – E7 – Am). Die englischsprachige Seite Roman Numerals of Diatonic Seventh Chords bei Puget Sound Music Theory zeigt alle Stufen für Dur und Moll mit Hörbeispielen. Die Ziffern selbst erklärt der Artikel zur funktionalen Harmonielehre.
Wie lösen sich Septakkorde auf?
Die Septime des Akkords ist eine Dissonanz, und sie hat eine Aufgabe: Sie löst sich stufenweise abwärts auf. Bei G7 nach C fällt das F zum E, und der Leitton H steigt zum C. Diese beiden Töne, H und F, bilden einen Tritonus. Dass sie in entgegengesetzte Richtungen streben, lässt V7 so klingen, als müsse er nach Hause.
Für die anderen Typen gilt dieselbe Regel. Bei H°7 nach Cm steigt H zum C, während As zum G und F zum Es fällt. Im vierstimmigen Satz prüfst du zuerst die Septime. Danach suchst du nach den Quint- und Oktavparallelen, die in der Stimmführung leicht entstehen, wenn sich vier Stimmen gleichzeitig bewegen.
Wie schreibt man Septakkorde als Akkordsymbol?
Verschiedene Bücher verwenden verschiedene Kürzel für denselben Akkord. Diese siehst du am häufigsten.
- Großer Septakkord: Cmaj7, CM7, CΔ7.
- Dominantseptakkord: C7. Eine bloße „7“ bedeutet immer Durdreiklang plus kleine Septime.
- Mollseptakkord: Cm7, Cmin7, C–7.
- Halbverminderter Septakkord: Cø7 oder Cm7♭5.
- Verminderter Septakkord: C°7 oder Cdim7.
Der häufigste Fehler ist, „C7“ als großen Septakkord zu lesen. Das stimmt nicht: C7 enthält ein B. Enthält der Akkord ein H, braucht das Symbol ein „maj“ oder ein Dreieck.
Was zeigt Michord bei Septakkorden an, und was kann es nicht?
In Michord spielst du den Akkord über MIDI-Keyboard, Bildschirmklaviatur oder Computertastatur, und die App benennt, was du gespielt hast. Mit dem Abo siehst du das Akkordsymbol, die Umkehrung und die römische Ziffer in der aktuellen Tonart. Die App zeigt dabei die internationale Schreibweise: Ihr B ist das deutsche H.
- Spiel H–D–F–A in C-Dur: Als Symbol erscheint Bm7b5, als Stufe viiø7.
- Senke das A zum As: Das Symbol wechselt zu Bdim7, die Stufe zu vii°7, und der Akkord wird als entlehnt aus c-Moll gekennzeichnet.
- Spiel D–Fis–A–C in C-Dur: Michord liest den Akkord als Zwischendominante V7/V (Dominante von G).
So lässt sich der Unterschied von einem Ton leicht ausprobieren: Halte drei Töne, verschiebe den vierten um einen Halbton und sieh zu, wie sich der Name ändert. Die Analyse ist regelbasiert, keine KI. Michord hört keine Aufnahmen oder Audiodateien und liest weder Noten noch Fotos. Es ist eine Desktop-App für macOS (Apple Silicon) und Windows; eine Version für Smartphone oder Tablet gibt es nicht.
Wie übst du Septakkorde in 15 Minuten?
- Fünf Typen auf einem Grundton (5 Min.). Spiel nacheinander Cmaj7, C7, Cm7, Cø7 und C°7 und sag jedes Mal, welchen Ton du gesenkt hast. Wiederhole das auf F und G.
- Leitereigene Septakkorde (5 Min.). Spiel die sieben Akkorde von C-Dur auf- und abwärts und nenne zu jedem Typ und römische Ziffer. Danach dasselbe in G-Dur.
- Der Ein-Ton-Test (5 Min.). Spiel auf H, D und Fis erst den halbverminderten, dann den verminderten Septakkord. Sing beide Male die Septime mit.
Läuft Michord nebenher, deck den Bildschirm ab, benenne den Akkord und sieh erst dann nach. Bereitest du dich auf eine Prüfung vor, nimm die Routine in den Wochenplan aus dem Ratgeber zur Aufnahmeprüfung an der Musikhochschule auf.
Wie können Lehrkräfte Septakkorde im Unterricht zeigen?
Geh von einem Dreiklang aus und ändere immer nur einen Ton. Die Klasse hört, wie aus einer einzigen Handstellung fünf Akkordtypen entstehen, und die Tabelle oben ist dann etwas, das alle schon gehört haben, statt bloßer Lernstoff. Ist Michord auf einem geteilten Bildschirm zu sehen, ändern sich Symbol und römische Ziffer beim Spielen. Die Klasse sieht also, wie aus ø7 ein °7 wird, genau in dem Moment, in dem die Septime sinkt. Willst du die Stunde festhalten, gehört die Bildschirmaufnahme mit Ton zum Abo.
Fazit
Ein Septakkord ist ein Dreiklang plus Septime, und sein Typ ergibt sich aus diesen beiden Teilen. Lern die fünf Typen auf einem Grundton und such sie dann in einer Tonart: maj7 auf I und IV, m7 auf ii, iii und vi, ein Dominantseptakkord auf V, ein halbverminderter Septakkord auf vii. Taucht ein verminderter Dreiklang mit einem vierten Ton auf, miss die Septime: Ist sie klein, ist der Akkord halbvermindert; ist sie vermindert, ist er vermindert.
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Michord herunterladenHäufige Fragen (FAQ)
Was ist der Unterschied zwischen einem halbverminderten und einem verminderten Septakkord?
Beide stehen auf einem verminderten Dreiklang. Der halbverminderte Septakkord ergänzt eine kleine Septime (H–D–F–A), der verminderte Septakkord eine verminderte Septime (H–D–F–As). Die beiden Akkorde unterscheiden sich in einem Ton, und dieser Ton liegt im verminderten Septakkord einen Halbton tiefer.
Ist m7♭5 dasselbe wie halbvermindert?
Ja. Cm7♭5 und Cø7 sind zwei Namen für dieselben vier Töne: C, Es, Ges und B. In Jazz und Pop schreibt man meist m7♭5, in der klassischen Analyse meist ø7.
Welche fünf Septakkorde gibt es?
Großer Septakkord (Cmaj7: C–E–G–H), Dominantseptakkord (C7: C–E–G–B), Mollseptakkord (Cm7: C–Es–G–B), halbverminderter Septakkord (Cø7: C–Es–Ges–B) und verminderter Septakkord (C°7: C–Es–Ges–Heses). Jeder besteht aus einem Dreiklang und einer Septime über dem Grundton.
Welche Septakkorde sind in einer Durtonart leitereigen?
In C-Dur: Cmaj7 (Imaj7), Dm7 (ii7), Em7 (iii7), Fmaj7 (IVmaj7), G7 (V7), Am7 (vi7) und Hø7 (viiø7, international Bø7). Jede Durtonart hat dasselbe Muster. Der verminderte Septakkord ist in Dur nicht leitereigen; er stammt aus der Molltonart.
Bedeutet C7 einen großen Septakkord auf C?
Nein. C7 ist der Dominantseptakkord: C, E, G und B (englisch B♭). Der große Septakkord auf C enthält ein H und wird Cmaj7, CM7 oder CΔ7 geschrieben.
Benennt Michord Septakkorde, und ist das kostenlos?
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